Radeweise
Radeweise (sorb. Radowis oder Radojz), zusammengesetzt aus den sorbischen Worten rado vis - gern gesehen oder angenehme Aussicht, war ein Ort etwa 8 km nordwestlich von Spremberg.
Radeweise war ein Haufendorf. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1527 zurück. Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich im Laufe der Jahre von Radeweiß (1618), Radowis (1761) über Radowiz (1843) hin zum heutigen Radeweise. Radeweise, in einer Senke liegend, war landschaftlich geprägt von Sümpfen und feuchten Wiesen. Der ursprünglich vorhandene Mischwald wurde im Laufe der Jahre durch die hier typische Kiefer verdrängt. Den damaligen nahen Bachlauf an der Straße nach Wolkenberg, dem Hühnerwässerchen (im sorbischen Sprachgebrauch auch Schuga oder Tschuga genannt), haben sieben Quellen gespeist. Laut einer statistischen Erhebung waren im Jahr 1880 97% der Einwohner Sorben.
Am 01. März 1968 schloss sich die Gemeinde Radeweise mit der Nachbargemeinde Straußdorf zur Gemeinde Radeweise, OT Straußdorf zusammen. 1971 wurde es auf Grund der Grundwasserabsenkung durch den nahenden Tagebau notwendig, die Gemeinde Radeweise an die öffentlich Trinkwasserversorgung anzuschließen.
Im Januar 1986 siedelten die letzten Bewohner von Radeweise in die nahe Kreisstadt Spremberg um. Dort war in Plattenbauten neuer Wohnraum geschaffen worden. Radeweise wurde in den folgenden Monaten komplett abgerissen und ist dann dem vorrückenden Tagebau Welzow Süd zum Opfer gefallen. Heute ist die ehemalige Ortslage Radeweise wieder rekultiviert und mehrere große Feldsteine in der ehemaligen Ortsmitte erinnern an dessen Schicksal.
Quelle: wikipedia
Foto des ortes Radeweise

Heutige Ortsmitte von Radeweise
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