Tagebau Geiseltal

 

Von der ersten urkundlich belegten Erwähnung im Jahre 1698 bis zur Einstellung des Braunkohlenabbaus 1993 vergingen fast 300 Jahre.
Der Tagebau Geiseltal umfasst mehrere ehemalige Tagebaue zwischen Frankleben bei Merseburg, Braunsbedra und Mücheln.
Der westliche Teil wurde durch den Tagebau Mücheln abgebaut, der mittlere durch die Tagebaue Neumark, Pfännerhall und Otto Tannenberg, der östliche Teil durch die Tagebaue Beuna und Großkayna. 1884 bis ca. 1907 begann durch den Zusammenschluss kleiner Gruben zu großen Tagebauen der industriemäßige Abbau der Braunkohle.

 

Tagebau Geiseltal

Tagebau-Geiseltal
Flutung des Tagebau Geiseltal zum Geiseltalsee

 

Infos

Dieser Tagebau bewirkte großräumige landschaftliche Veränderungen. Zahlreiche Orte wurden dem Tagebau geopfert und verschwanden ganz oder teilweise von der Landkarte. Dabei wurden rund 12.500 Menschen umgesiedelt.
Das verbliebene Tagebaurestloch wird seit dem 30. Juni 2003 bis voraussichtlich 2010 zum Geiseltalsee geflutet. Dieser wird der zwölftgrößte See Deutschlands sein.

 

Betroffene Orte

* Runstedt – 1929 umgesiedelt – 1931 abgebaggert
* Kleinkayna, Teile von Großkayna, Roßbach – 1963 umgesiedelt – 1966 abgebaggert
* Naundorf – 1954 umgesiedelt – 1957 abgebaggert
* Körbisdorf – 1957 umgesiedelt – 1958 abgebaggert
* Wermsdorf – 1956 umgesiedelt – 1957 abgebaggert
* Benndorf – 1953 umgesiedelt – 1954 abgebaggert
* Zützschdorf – 1956 umgesiedelt – 1957 abgebaggert
* Neumark, Gräfendorf – 1963 umgesiedelt – 1966 abgebaggert
* Kolonie Neumark, Neumark-Ost – 1968 umgesiedelt – 1975 abgebaggert
* Petzkendorf – 19?? umgesiedelt – 19?? abgebaggert
* Geiselröhlitz – 1967 umgesiedelt und abgebaggert
* Kämmeritz – 1966 umgesiedelt – 1967 abgebaggert
* Lützkendorf und Teile von Krumpa – 1961 umgesiedelt – 1963 abgebaggert
* Möckerling – 1962 umgesiedelt – 1964 abgebaggert
* Neubiendorf – 1964 umgesiedelt – 1968 abgebaggert * Zorbau, Zöbigker, Eptingen, Gehüfte – 1968 umgesiedelt – 1975 abgebaggert